Atemschutz
Atemschutz bei der Feuerwehr Wolfurt
Warum wird Atemschutz eingesetzt?
Brandeinsätze ohne Atemschutz sind heutzutage unvorstellbar. Rauchgase, giftige Dämpfe und Sauerstoffmangel stellen erhebliche Gefahren für die Gesundheit und das Leben der Einsatzkräfte dar. Dank außenluftunabhängiger Atemschutzgeräte, schneller Einsatzbereitschaft und hochwertiger Schutzkleidung können Brände effizienter und sicherer bekämpft werden. Ein Innenangriff, bei dem Feuerwehrleute in ein brennendes Gebäude vordringen, ist ohne Atemschutz nicht möglich.
Die Feuerwehr Wolfurt setzt ausschließlich moderne Überdruckgeräte der Marke Dräger ein. Das Überdruckprinzip verhindert das Eindringen von Rauchgasen selbst bei kleinsten Undichtheiten der Maske – ein entscheidender Sicherheitsvorteil gegenüber älteren Systemen.
Anforderungen an die Einsatzkräfte
Ein Atemschutzeinsatz stellt hohe physische und psychische Anforderungen an die Einsatzkräfte. Die Belastung ist enorm: schwere Ausrüstung, extreme Hitze, eingeschränkte Sicht und enge Räume fordern Körper und Geist gleichermaßen.
Um sicherzustellen, dass alle Träger diesen Herausforderungen gewachsen sind, müssen alle Atemschutzträger alle drei Jahre eine umfassende ärztliche Untersuchung absolvieren.
Geräte im Einsatz
Insgesamt verfügt die Feuerwehr Wolfurt über 16 Atemschutzgeräte der Marke Dräger, alle mit 300 bar Arbeitsdruck:
Dräger – 6,8-Liter-Flasche
Das Standardgerät im Einsatz. Kompakt, handlich und für den Großteil aller Brandeinsätze ausreichend. Ermöglicht den parallelen Einsatz mehrerer Atemschutztrupps.
Dräger – 9-Liter-Flasche
Für längere oder besonders anspruchsvolle Einsätze. Größerer Luftvorrat ermöglicht mehr Zeit im Gefahrenbereich – ideal bei großen Objekten oder schwerem Innenangriff.
Spezialausrüstung auf dem Steiger
Der Steiger der Feuerwehr Wolfurt ist mit einem fest montierten Atemschutzgerät ausgestattet, das vier 9-Liter-Flaschen mit 300 bar umfasst. Im Korb des Steigers können bis zu vier Lungenautomaten gleichzeitig angeschlossen werden.
Dies erleichtert Einsätze in großen Höhen oder schwer zugänglichen Bereichen erheblich und ermöglicht längere Einsatzzeiten ohne Flaschenwechsel.
Atemschutztrupp und Wärmebildkamera
Aufstellung des Trupps
Ein Atemschutztrupp besteht in der Regel aus drei Feuerwehrmitgliedern, die sich bereits auf der Anfahrt mit den Geräten ausrüsten. So kann der Innenangriff unmittelbar nach dem Eintreffen beginnen – jede Minute zählt.
Wärmebildkamera
Zur Orientierung in verrauchten Gebäuden und bei Dunkelheit nutzt der Trupp eine Wärmebildkamera. Sie ermöglicht das Aufspüren von Glutnestern, die Lokalisierung des Brandherds und die Suche nach vermissten oder eingeschlossenen Personen.
Sicherheitsmaßnahmen
Totmannwarner
Dieses Sicherheitsgerät reagiert auf Bewegungslosigkeit. Bleibt ein Feuerwehrmitglied für eine bestimmte Zeit reglos, wird zunächst ein Voralarm ausgelöst. Bleibt eine Reaktion aus, folgt ein lauter akustischer und optischer Alarm. Zusätzlich kann eine Notruftaste betätigt werden, um gezielt Hilfe anzufordern.
Truppverbinder
Alle Mitglieder eines Atemschutztrupps sind durch einen Truppverbinder – ein 6 Meter langes Seil – miteinander verbunden. Dadurch bleibt der Trupp auch bei Nullsicht stets zusammen, und das Risiko, jemanden zurückzulassen, wird auf ein Minimum reduziert.
Einsatzstellenhygiene
Rauchgase bei Brandeinsätzen enthalten krebserregende Substanzen – PAK, Ruß und andere Schadstoffe setzen sich auf Haut, Haaren und Schutzkleidung ab. Eine konsequente Einsatzstellenhygiene unmittelbar nach dem Innenangriff reduziert die Schadstoffbelastung für die Einsatzkräfte erheblich und ist heute fester Bestandteil moderner Feuerwehr-Einsatztaktik. Grundlage ist die DGUV-Information 205-035 „Hygiene und Kontaminationsvermeidung bei der Feuerwehr“.
Warum ist das so wichtig?
Brandrauche enthalten nachweislich krebserzeugende Stoffe. Studien zeigen, dass Feuerwehrangehörige ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen haben. Durch eine strukturierte Dekontamination direkt an der Einsatzstelle – noch vor der Rückfahrt ins Gerätehaus – wird die Weiterverteilung von Schadstoffen auf Fahrzeuge, Ausrüstung und in den Körper minimiert.
Schwarz- und Weißbereich
Der Schwarzbereich ist die kontaminierte Zone an der Einsatzstelle, der Weißbereich der saubere Bereich nach der Dekontamination. Die Übergangslinie wird optisch markiert und darf nur in einer Richtung – nach vollständiger Dekontamination – passiert werden.
Rollcontainer Einsatzstellenhygiene
Die Feuerwehr Wolfurt verfügt über einen voll ausgestatteten Rollcontainer Einsatzstellenhygiene, der alle Materialien zur Erst-Dekontamination sowie zur Verpackung kontaminierter Schutzkleidung und Atemschutzgeräte gemäß DGUV-Information 205-035 enthält.
Zum Betrieb des Dekon-Platzes genügt ein Trupp aus zwei Helfern. Der gesamte Aufbau – Pavillon als Sicht- und Wetterschutz, Stiefelwaschanlage, Hygieneboard sowie die Abgrenzung von Schwarz- und Weißbereich – ist in wenigen Minuten einsatzbereit.
Für die Hautreinigung von Ruß und Schadstoffen direkt an der Einsatzstelle werden feuchte Reinigungstücher mitgeführt. Wechselkleidung für alle Einsatzkräfte ist ebenfalls verlastet, sodass kontaminierte Schutzkleidung noch vor Ort verpackt und der Weitertransport von Schadstoffen ins Gerätehaus verhindert wird.