Funk & Kommunikation
Eine funktionierende Kommunikation ist das Rückgrat eines jeden erfolgreichen Einsatzes. Die Feuerwehr Wolfurt setzt auf ein abgestuftes System aus einsatztaktischem Digitalfunk, digitaler Alarmierung und modernen internen Kommunikationstools – abgestimmt auf die jeweilige Situation von der taktischen Anfahrt bis zur internen Koordination im Alltag.
Digitalfunk
Der Digitalfunk basiert auf dem europäischen TETRA-Standard (Terrestrial Trunked Radio) und ist das gemeinsame Kommunikationsmittel aller Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Österreich – also Feuerwehr, Rettung, Polizei und weitere Blaulichtorganisationen. In Vorarlberg wird das Netz durch die Landeswarnzentrale (LWZ) in Bregenz koordiniert.
Verschlüsselte Übertragung
Alle Gespräche und Datenpakete werden Ende-zu-Ende verschlüsselt übertragen. Unbefugte können den Funkverkehr nicht abhören – ein entscheidender Vorteil gegenüber dem früheren analogen Sprechfunk, der von jedem Empfänger auf derselben Frequenz mitgehört werden konnte.
Klare Sprachqualität
Digitale Sprachkodierung liefert auch unter schwierigen Bedingungen – in Gebäuden, Tunneln oder bei starkem Umgebungslärm – deutlich bessere Verständlichkeit als analoger Funk. Missverständnisse durch schlechten Empfang werden minimiert, was in kritischen Einsatzsituationen Leben retten kann.
Integrierte Datenübertragung
Neben Sprachkommunikation ermöglicht TETRA auch die Übertragung von Statusmeldungen, Einsatzdaten und kurzen Nachrichten direkt auf das Funkgerät. Die Leitstelle kann Fahrzeugstatus, Einsatzdaten und Alarmierungen digital übermitteln – schneller und fehlerfreier als über Sprache.
Gemeinsames BOS-Netz
Alle Blaulichtorganisationen in Österreich – Feuerwehr, Rettung und Polizei – nutzen dasselbe TETRA-Netz. Bei Großereignissen und überörtlichen Einsätzen können Feuerwehr Wolfurt, benachbarte Wehren und die Rettungsleitstelle direkt miteinander kommunizieren, ohne Frequenzwechsel oder Übersetzungsgeräte.
Redundantes Netz
Das TETRA-Netz ist auf maximale Ausfallsicherheit ausgelegt. Basisstationen sind redundant ausgeführt, mit Notstromversorgung ausgestattet und decken Vorarlberg flächendeckend ab. Bei Ausfall einzelner Stationen übernehmen benachbarte automatisch – auch bei Katastrophenlagen bleibt die Kommunikation aufrechterhalten.
Gleichzeitig alle erreichen
TETRA unterstützt Gruppenrufe: eine Nachricht erreicht alle Geräte in einer definierten Gruppe gleichzeitig. Einsatzleiter können so den gesamten Trupp mit einem Tastendruck informieren. Zusätzlich sind Einzelrufe und Konferenzschaltungen mit mehreren Organisationen möglich.
Alarmierung und Einsatzunterstützung
Pager & Sirenen
Jedes aktive Feuerwehrmitglied trägt einen Pager, über den es direkt von der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch oder der Landeswarnzentrale (LWZ) in Bregenz alarmiert wird. Die Alarmierung enthält Einsatzart, Ort und Stichwort.
In Wolfurt sind zusätzlich drei Sirenen installiert, die bei Bedarf die Ortsbevölkerung und alle Einsatzkräfte gleichzeitig alarmieren. Sie befinden sich bei der Volksschule Bütze, der Musikschule und beim Güterbahnhof der ÖBB.
Einsatzunterstützungssystem (EUS)
Das Einsatzunterstützungssystem liefert bereits auf der Anfahrt wertvolle Informationen zur Einsatzstelle – Gebäudedaten, Gefahrenstoffe, Zugangswege und Besonderheiten gewerblicher und öffentlicher Objekte in Wolfurt. PCs, Drucker und Tablets stehen zur Verarbeitung bereit.
Besonders bei großen und weitläufigen Einsätzen unterstützt das EUS die Einsatzleitung, sodass die Mannschaft schneller und gezielter eingesetzt werden kann. Weitere Infos unter www.fweus.at.
Mobilfunk
Bei größeren, ortsübergreifenden Einsätzen und um die Digitalfunk-Frequenzen zu entlasten, werden ergänzend Mobiltelefone eingesetzt. Sie eignen sich besonders für direkte Absprachen zwischen Einsatzleitung, Bereitstellungsräumen und übergeordneten Stellen sowie für die schnelle Weitergabe von Fotos und Lagebildern.
Telegram – Einsatzberichte
Für die öffentliche Information der Bevölkerung betreibt die Feuerwehr Wolfurt einen Telegram-Kanal. Einsatzberichte werden zeitnah und direkt an alle Abonnenten übermittelt – ohne Social-Media-Algorithmen, direkt aufs Smartphone. Abonnieren unter t.me/feuerwehrwolfurt.
Interne Kommunikation – Microsoft Teams
Neben dem einsatztaktischen Funk setzt die Feuerwehr Wolfurt für die interne Alltagskommunikation auf Microsoft Teams. Als niederschwelliges, jederzeit verfügbares Werkzeug verbindet es alle Mitglieder – unabhängig davon, ob sie gerade im Gerätehaus, zu Hause oder unterwegs sind.
Microsoft Teams – das digitale Gerätehaus
Microsoft Teams dient als zentrale Plattform für die interne Kommunikation der Feuerwehr Wolfurt außerhalb des Einsatzbetriebs. Übungsplanung, Dienstvorschriften, Protokolle und Ankündigungen landen direkt bei allen Mitgliedern – strukturiert in Kanälen nach Sachgebieten.
Der entscheidende Vorteil: Teams ist auf jedem Smartphone, Tablet und PC verfügbar, braucht keine Einschulung für Grundfunktionen und ermöglicht sowohl Textnachrichten, Dateiablage, als auch Videoanrufe. Damit ist es das ideale Ergänzungswerkzeug für alle Kommunikation, die nicht über Digitalfunk läuft.
Koordination & Planung
Übungen, Dienste, Veranstaltungen und Arbeitsgruppen werden über Teams koordiniert. Termine, Absagen und Änderungen erreichen alle Mitglieder sofort – kein Aushang am schwarzen Brett, kein Telefonkette mehr nötig.
Dokumente & Vorschriften
Dienstvorschriften, Einsatzdokumentationen, Schulungsunterlagen und Protokolle sind in Teams zentral abgelegt und für alle Mitglieder jederzeit abrufbar – auch am Smartphone vor dem Einsatz oder während der Übung.
Einsatzinfo
Fotos, Lageberichte und Erkenntnisse aus dem Einsatz werden direkt im entsprechenden Kanal geteilt und dokumentiert.
Abgelöste Systeme
Sprechfunk
Eines der ursprünglichen Primärmittel im Einsatz. Ermöglichte direkte Kommunikation zwischen Einsatzkräften und Leitstelle, war jedoch unverschlüsselt und anfällig für Abhören sowie Interferenzen.
Bündelfunk
Seit 1995 betrieb das Land Vorarlberg ein eigenes Bündelfunknetz für BOS-Organisationen. Es ermöglichte Sprache und Datenübertragung und galt lange als ausfallsicherstes System der Region – bis zur Ablösung durch TETRA.
PMR-Funk
Der offene PMR-Standard (Personal Mobile Radio) wurde bei nicht vertraulichen Gesprächen eingesetzt – Absperrdienste, Übungen, Lotsendienste. Typische Geräte: handelsübliche Walkie-Talkies. Keine Verschlüsselung, geringe Reichweite.
