Das Rüstlöschfahrzeug (RLF) ist in Österreich ein weit verbreitetes und taktisch vielseitig einsetzbares Feuerwehrfahrzeug. Es vereint die Eigenschaften eines Tanklöschfahrzeugs mit denen eines Rüstfahrzeugs und ist daher sowohl für Brandeinsätze als auch für technische Einsätze hervorragend geeignet – und damit ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung.
Geschichte & Anschaffung
Ersatzbeschaffung für das TLF2
Am 06. März 2013 wurde das Rüstlöschfahrzeug als Ersatzbeschaffung für das in die Jahre gekommene TLF2 angeschafft, das nach 37 Jahren treuem Dienst ausgemustert wurde.
Aufbau und Auslieferung des Fahrzeugs wurden von der renommierten österreichischen Firma Rosenbauer durchgeführt. Am 20. Februar 2014 durfte die Feuerwehr Wolfurt ihr neues RLF in Empfang nehmen.
Das Fahrzeug stellt sicher, dass die Feuerwehr Wolfurt für sämtliche Einsatzszenarien bestens gerüstet ist. Bei Verkehrsunfällen ermöglicht die umfassende Ausstattung eine weitgehend selbstständige Bewältigung der Einsatzlage, da sowohl Geräte für technische Rettungsmaßnahmen als auch für den Brandschutz an Bord sind.
Technische Daten
| Taktische Bezeichnung | RLF-A 2000/200 |
| Funkrufname | Wolfurt RLF |
| Lieferant | Rosenbauer Österreich GmbH |
| Fahrgestell | MAN TGM 18.340 4×4 |
| Baujahr | 2014 |
| Motorleistung | 250 kW / 340 PS |
| Getriebe | Automatisiertes Schaltgetriebe |
| Allradantrieb | Ja |
| Wassertank | 2.000 Liter |
| Schaumtank | 200 Liter |
| Pumpenanlage | Rosenbauer N35 |
| Löschleistung | 3.500 L/min bei 10 bar |
| Lichtmast | Rosenbauer FLEXILIGHT LED |
Ausstattung für Brandeinsätze
Unser RLF ist hauptsächlich wie ein Tanklöschfahrzeug ausgestattet und verfügt über einen 2.000 Liter fassenden Wassertank sowie einen 200-Liter-Schaumtank. Die Pumpenanlage Rosenbauer N35 leistet bis zu 3.500 L/min bei 10 bar.
Technische Hilfeleistung
2014 übernahm die Feuerwehr Wolfurt die Stützpunktfunktion „Technische Hilfeleistung“ für die Gebiete Wolfurt, Bildstein, Buch, Schwarzach und Teile von Kennelbach. Mit dem RLF und einer hervorragend ausgebildeten Mannschaft können zeitkritische Einsätze schnell und professionell abgewickelt werden.
Rettungsschere
Die hydraulische Rettungsschere dient zum Durchtrennen von Materialien bei Verkehrsunfällen, wie etwa dem Abtrennen eines Autodaches. Moderne Rettungsscheren müssen eine Schneidkraft von über 1,25 MN aufbringen, um hochfeste Stähle moderner Fahrzeuge zu durchtrennen.
Zu beachten: Zusätzliche Airbags in Fahrzeugen erschweren die Arbeit, da deren pyrotechnische Gasgeneratoren beim Durchtrennen explodieren können.
Rettungsspreizer
Der Rettungsspreizer wird genutzt, um verklemmte oder deformierte Fahrzeugtüren zu öffnen oder Wrackteile wegzudrücken. Durch spezielle Spreizerbacken aus gehärtetem Stahl können selbst kleinste Spalten erreicht und Blechteile geschält werden.
Mit einem speziellen Kettensatz kann der Spreizer auch zum Ziehen eingesetzt werden – diese Methode wird heutzutage weitgehend durch den Einsatz von Rettungszylindern ersetzt.
Rettungszylinder
Rettungszylinder (Hydrozylinder) dienen zum Wegdrücken von Fahrzeugteilen – beispielsweise zwischen den A- und B-Säulen, um den Vorderteil wegzudrücken. Je nach Ausführung können Öffnungen von bis zu 1.640 mm vergrößert und Kräfte bis 270 kN aufgebracht werden.
Durch Teleskopausführungen erreichen sie bei kompakter Bauweise maximale Öffnungsweiten und werden eingesetzt, wenn die Öffnungsweite des Spreizers nicht ausreicht.
Vorteile hydraulischer Rettungsgeräte
Hydraulische Rettungsgeräte arbeiten präzise, funkenfrei und nahezu lautlos, was besonders bei patientenschonenden Rettungen von Vorteil ist. Durch die erschütterungsfreie Arbeitsweise werden Verletzte weniger belastet, und unnötiger Lärm, der psychischen Stress verursachen könnte, wird vermieden. Angetrieben werden die Geräte von einem Ölkompressor mit einem Druck von bis zu 700 bar.
Zusatzausstattung
Einsatzgebiet
Stützpunktbereich des RLF Wolfurt · 33,25 km²
Das Einsatzgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 33,25 km² im Bereich Hofsteig. Die restlichen Gemeinden des Kreises werden von den Feuerwehren Bregenz-Vorkloster und Dornbirn abgedeckt.
Fotogalerie
RLF in Aktion – Schlussübung 2014
RLF im Einsatz bei der Schlussübung 2014





















